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Flöte aktuell 5.2005 (1c)

1. Werkstatt für Flötenpädagogik
in der Hochschule für Musik Würzburg
8. und 9. 10. 2005 — Teil 3

Ann-Kristin Hacker

Am Abend gab es ein vielbeachtetes Konzert, das im ersten Teil von Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter (München) gestaltet wurde: Es erklangen Werke von Dorothee Eberhardt, Gloria Coates, Robert Delanoff, Anton Ruppert und Harald Genzmer, die den ausführenden Künstlern gewidmet sind. Im zweiten Teil konnte man Stücke von Wil Offermanns erleben - darunter auch den vorher mit den Kursteilnehmern einstudierten Klangteppich (Labyrinth).

Am Sonntag früh trafen sich FlötendozentInnen der verschiedenen Musikhochschulen und gründeten das nun so betitelte "Würzburger Forum für Flötenpädagogik" - ein Arbeitskreis, der sich dem Methodikunterricht an Musikhochschulen widmen wird.
Anschließend waren wieder alle Kursteilnehmer gefragt, als Wil Offermanns mit den Klängen seiner Flöte "Thumpy" den Raum erfüllte. Diese Holzflöte besitzt nur ein Mundloch in der Mitte der Flöte. Durch Verschieben des Ansatzes und durch Öffnen und Verschließen der beiden Enden der Flöte mit den Fingern brachten die Teilnehmer zauberhafte Klänge zum Vorschein und lernten gleichzeitig eine neue Art der Improvisation kennen.

Es folgte ein Einführungsvortrag des Komponisten Marko Zdralek (Würzburg) über das am Nachmittag zur Aufführung kommende Werk von Salvatore Sciarrino. Nach biographischen Hintergrundinformationen und einem Überblick über Sciarrinos Flötenwerke lag der Schwerpunkt auf der kompositorischen Konzeption des Werkes "Il cerchio tagliato dei suoni" (Der durchschnittene Kreis der Klänge) und der Umsetzung der Klänge durch die Kinder.

Nach der Mittagspause fand der Workshop von Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter "Lernen - Spiel - Spaß" statt, in dem den Lehrern die methodischen Aspekte einer zeitgemäßen Flötenschule gezeigt wurden.
Barbara Gisler-Haase (Wien) und Maria Augustin zeigten in ihrem Workshop "fit for the flute through Classic and Jazz" auf, wie wichtig es ist, den Flötenschülern die verschiedenen Stilepochen nahe zu bringen und sie z.B. durch Mentaltraining oder die Feldenkrais-Methode gut auszubilden.

Aufführung Sciarrino Aufführung Sciarrino "Il cerchio tagliato dei suoni" Aufführung Sciarrino Zeitgleich zu diesen Kursen fanden sich die ca. 90 Schüler, ihre Lehrer, die vier Solisten Hermann Klemeyer, Ute Koch, Jens Josef, Ruth Wentorf und der Dirigent Marko Zdralek zur Generalprobe von "Il cerchio tagliato dei suoni" ein. Von den Lehrern geführt, wanderten die Schüler zu den Klängen der Solisten durch den Raum und ergänzten diese durch ihre Flötenklänge. Sogar die öffentliche Generalprobe war gut besucht. Anschließend war endlich das "große Konzert", zu dem das Theater der Hochschule beinahe ganz gefüllt war. Zwei Studentinnen waren durch ein Head-Set mit dem Kompositionsstudenten Alexander Muno verbunden, der anhand der Partitur die Startsignale für die beiden Schüler-Flötistengruppen gab. Die beiden Studentinnen schickten dann die Lehrer mit den jeweiligen Gruppen los. Bei diesem Konzert wurde wieder einmal offensichtlich, dass man Schülern ohne weiteres viel zutrauen kann, denn sowohl die Generalprobe als auch das Konzert verliefen ganz nach Plan. Alle Schüler, ob sie erst sieben oder 20 Jahre alt waren, verhielten sich diszipliniert wie Profis. Denn obwohl sie nach der Generalprobe schon etwas erschöpft waren, nahmen sie ihre Kräfte zusammen und absolvierten mit den Solisten, dem Dirigenten und allen anderen Helfern eine perfekte Aufführung. Hierbei muss besonders die Arbeit der Flötenlehrer herausgestellt werden, die es geschafft haben, so viele Schüler zum Mitmachen zu motivieren und ihnen die verschiedenen Techniken so gut beigebracht haben.

Am Ende dieses Wochenendes kann man folgendes sagen: Die "1. Werkstatt für Flötenpädagogik" war ein voller Erfolg! In einer für Kunstausübende und Kunstlehrende problematischen Zeit, in denen manche Eltern am liebsten den Instrumentalunterricht umsonst haben wollen und professionelle Instrumentallehrer mit Fragen wie "Und was machen Sie hauptberuflich?" konfrontiert werden, tut es gut, Gleichgesinnte zu treffen. An diesem Wochenende konnten sich die Flötenlehrer der verschiedenen Musikschulen austauschen und über Unterrichtsmethoden, die oft prekäre Finanzlage der Musikschulen oder über Probleme mit Eltern und Schülern sprechen. Gleichzeitig wurden durch die verschiedenen Workshops neue Unterrichtsmethoden vorgestellt und zahlreiche Impulse für den Unterricht gegeben. Auch die informative Ausstellung von Flöten, Noten und Büchern gab viele Anregungen.

An diesem Wochenende bekamen wir neue Motivation, denn hier waren wir nicht "nur" Musiklehrer, sondern das, was wir eigentlich sind - Flötisten, die einen sehr guten Dienst an den Kindern leisten, indem sie ihnen die Welt der Musik eröffnen. Und wir wollen doch mal ehrlich sein: Flötenlehrer zu sein ist doch wohl einer der schönsten Berufe!



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aktualisiert am Montag, 27. Nov. 2006 um 12:08:37 CET

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