Flöte aktuell 3.2005 - 20 Jahre DGfF (I)
Die Geschichte der DGfF begann vor 20 Jahren ...
... in einer 3-Zimmer-Privatwohnung. Heute haben wir ein "Flötenhaus", eine hauptamtliche Direktorin, zwei Teilzeit-Mitarbeiterinnen, einen Präsidenten und vier Vorstände. Die DGfF hat 8 Festivals veranstaltet sowie unzählige kleinere Veranstaltungen organisiert. 75 Mal ist "Flöte aktuell" erschienen und ist mittlerweile zu einer anerkannten Fachzeitschrift avanciert. Dieses war und ist nur möglich durch die positive ideelle Unterstützung unserer Mitglieder und das große, selbstlose Engagement einiger von ihnen. Dafür möchte ich an dieser Stelle sehr herzlich danken.
Unsere Satzung fordert von uns "die Erziehung zu Kunst und Musik, insbesondere in der Kunst und Wissenschaft des Querflötenspiels in allen seinen Bereichen. Der Verein will allen an der Querflöte Interessierten ein Forum des gegenseitigen Gedankenaustauschs geben und die interessierte Öffentlichkeit über alle Aspekte des Flötenspiels und der Flöte informieren".
Daraus ist zu lesen, dass die DGfF in gewisser Weise ein Dienstleistungsunternehmen ist, das der Information und Anregung der Flötisten und Flötistinnen verpflichtet ist, aber auch in der gesellschaftspolitischen Öffentlichkeit einsichtig und glaubwürdig vertreten werden muss, dass das, was wir tun, wirklich notwendig ist.
Ruth Wentorf
Dazu gehört das Verständnis von Musik als ein Grundpfeiler unseres Lebens. Musik sollte zur Allgemeinbildung gehören und nicht zur bloßen Verzierung degradiert werden. Dadurch gewinnt unser Leben an Intensität. Um eine Breitenwirkung zu erreichen, muss die pädagogische Arbeit und Ausbildung besonders beachtet und gefördert werden. Auch zeitgenössische Musik sollte wieder empfunden werden als Bestandteil des Lebens, als geistige Sprache unserer Zeit. Wir müssen wegkommen von der Vorstellung der "schönen" Musik, um uns ehrlich mit der geistigen Situation unserer Zeit auseinandersetzen zu können, damit die Musik wieder in unser Leben eingreifen kann. Das bedeutet auch, Musik wieder als Sprache zu empfinden, als Ausdruck des Lebensgefühls, als ein Bewirken und Einwirken auf menschliches Empfinden und Handeln. Konkret heißt das u.a.:
- Auf Festivals, Veranstaltungen und in der Zeitschrift "Flöte aktuell" auf eine Balance zwischen Spitzenförderung und Breitenbildung verstärkt achten.
- Einen Beitrag zur kulturpolitischen Diskussion leisten; in Zeiten des knappen Geldes öffentlich plausibel machen, dass Theater, Orchester, Ausbildungs- und Unterrichtsinstitute etc. gebraucht werden.
- Verstärkt in die pädagogische Arbeit eintreten, in diesem Bereich auch den Ausbildungsinstituten neue Impulse geben.
- Achtsam auf die Fragen, Anregungen und Bedürfnisse unserer Mitglieder zu reagieren, um ihnen ein Forum des "Miteinander-Redens" zu geben.
- Verstärkte Zusammenarbeit mit ausländischen Flötengesellschaften, aber auch solchen anderer Instrumente.
So hoffen wir auch in Zukunft, das Flötenspiel zu fördern und den Flötistinnen und Flötisten ein Forum zur Information und Diskussion zu geben.
Ruth Wentorf

