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Flöte aktuell 1.2005 (II)

Das klangliche Potenzial unserer Ohren
Die Tomatis-Methode und Aktive Sitzungen für Flötisten - Teil 2

Nach zwei Hörkurblöcken ist das Ohr in der Regel für die Aktiven Sitzungen vorbereitet. Während einer Aktiven Sitzung wird in ein Mikrofon gespielt oder gesungen. Diese Information wird mit Hilfe des "Elektronischen Ohrs" gefiltert, verändert und simultan über die speziellen Kopfhörer dem Musiker wieder übertragen.
Prof. Tomatis entdeckte den Zusammenhang zwischen Gehör und Stimme schon vor vierzig Jahren. Als erstes entdeckte er, daß "die Stimme als Obertöne nur die Frequenzen enthält, die das Ohr wahrnehmen kann" (erstes Tomatis-Gesetz). Er begann, als Sohn eines berühmten Opernsängers, die Kollegen seines Vaters zu betreuen und kam nach einigen Versuchsreihen zu folgendem Ergebnis:
"Gibt man dem Ohr die Möglichkeit, nicht mehr oder nicht gut wahrgenommene Frequenzen wieder korrekt zu hören, so treten diese augenblicklich und unbewusst wieder in der Stimme in Erscheinung" (zweites Tomatis-Gesetz). Er konnte mit Hilfe seines therapeutischen Geräts, des "Elektronischen Ohrs", den Sängern die Möglichkeit geben, diese neue Klangqualität in ihrer Stimme zu festigen und einen regulierten Muskeltonus in ihren Alltag als Musiker zu integrieren.
Kirsten Klopsch erklärt, wie sie die individuelle Einstellung für jeden Musiker findet: "Die Grundlage für die individuelle Einstellung gibt mir der Hörtest. Aus ihm kann ich lesen, welche Höreinschränkung der Musiker hat, und kann ihm die fehlenden Obertöne verstärkt zu hören geben. Dann nehme ich mir viel Zeit, zusammen mit dem Musiker auszuprobieren, ob diese Einstellung ihm weiterhilft, und wie wir seinen Klang und sein Spielgefühl nach seiner Vorstellung verbessern können. Wichtig ist es für mich, daß wir für jeden Musiker die optimale Einstellung finden. Mit Hilfe des "Elektronischen Ohres" habe ich die Möglichkeit, für jeden Musiker seine persönliche Verarbeitungsschnelligkeit zu finden, so daß er während der Aktiven Sitzung, die eine halbe Stunde dauert, auf entspanntem, aber hohem Niveau arbeiten kann".
Tomatis Methode Dieses angenehme Spielgefühl erfährt Prof. Gunhild Ott bei jeder Aktiven Sitzung: "Das Spielgefühl während der Aktiven Sitzungen ist faszinierend: Es ist sehr frei und mit geringem Aufwand. Ich habe dabei sehr viel Zeit für schnelle und fingertechnisch schwere Stellen. Ich spüre genau, an welchen Stellen es hakt, erstaunlicherweise sind das oft andere Töne, als ich vermutet habe. Mir bleibt mehr Zeit für die Artikulation. Obwohl ich mühelos im Metrum bleiben kann, habe ich viel Zeit für die Atmung. Das alles ist eine wunderbare Basis, um sich mit viel Freiheit um die Interpretation zu kümmern. Während der Aktiven Sitzung arbeitet der Körper stressfreier. Ich fühle mich stärker im Spiel mit weniger Aufwand: Ich habe mehr Kraft und muss mich nicht anstrengen.
Man freut sich auf jede Aktive Sitzung. Man spürt sofort mit dem Aufsetzen der Kopfhörer eine andere Grundspannung, die einen motiviert auszuprobieren".
Diese Erfahrung eines optimalen Spielgefühls kann sich der Körper nach einigen Trainingseinheiten mit dem "Elektronischen Ohr" merken. Wer als Musiker Erfahrung mit mentalem Training hat, wird nach Ansicht von Kirsten Klopsch das optimierte Spielgefühl und den klanglichen Fortschritt noch schneller umsetzen können. Auch Prof. Gunhild Ott berichtet über die Nachhaltigkeit des Hörtrainings:
"Vieles kann ich inzwischen in mein tägliches Spiel integrieren und bewahren. Die in den Aktiven Sitzungen neu erfahrene Klangvorstellung bringt mich und meinen Körper beim Spielen in die richtige Disposition. Meine dynamische Bandbreite ist größer geworden, und Töne in extremen Lagen gelingen leichter. Dadurch sitze ich erheblich stressfreier im Konzert.
Als Flötistin kann ich meine Klangvorstellung leichter und schneller verwirklichen und ausweiten. Als Lehrerin kann ich diese Erfahrung an meine Studenten in Bezug auf ihre eigene Klangvorstellung besser vermitteln."
Aus Prof. Gunhild Otts Berichten geht hervor, daß Flötenstudenten, die das Tomatis-Hörtraining gemacht haben, ihrerseits neue Lernprozesse im Unterricht wesentlich schneller und nachhaltiger umsetzen können.
Für sich kommt Prof. Gunhild Ott zu der Schlußfolgerung: "Eine Tomatis-Hörkur und Aktive Sitzungen kann ich jedem Musiker und erst recht jedem Orchestermusiker empfehlen. Krankheiten und Defiziten, die durch unsere tägliche Lärm- und emotionale Stressbelastung entstehen, kann dadurch vorgebeugt werden. Das selektive Hörvermögen bleibt längstmöglich erhalten, so dass auch der Klang eines Musikers länger formbar und flexibel schön bleiben kann".

 

Hörakademie Tomatis-Institut Freiburg
Neunlindenstr. 30a, 79106 Freiburg
0761-5038781, tomatis-musikertraining.de



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aktualisiert am Dienstag, 28. Nov. 2006 um 20:09:15 CET

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