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Flöte aktuell 4.2000

Bach und ...

ein Fest zum 15. Geburtstag der Deutschen Gesellschaft für Flöte, Seite 3

Feine Dialoge - Konzert für Flöte und Cembalo in der Loge "Zur Einigkeit"

Irritierend war es schon, im barockisierenden Ambiente der Loge "Zur Einigkeit" ein improvisiertes Flöten­Furioso zu hören, das die Idiomatik der Bachzeit mit unorthodoxen Harmonien und Mikrointervallen spickte. Mit Improvisationen des Flötisten Jos Rinck, konfrontiert mit drei Sonaten für Flöte und Cembalo von Johann Sebastian Bach, beschloß die Deutsche Gesellschaft für Flöte (DGfF) das Fest zu ihrem 15. Geburtstag. Eigentlich hatte Konrad Hünteler das Konzert mit einer Denner­Traversflöte bestreiten wollen, für die Bach die Werke geschrieben hatte. Doch sein Cembalo­Begleiter war krank geworden. Statt dessen spielten Moshe Aaron Epstein auf einer hölzernen Böhm­Flöte und Wolfgang Zehrer am Cembalo.

(v.L.) Moshe Epstein, Wolfgang Zehrer, Jos Rinck(v.L.) Moshe Epstein, Wolfgang Zehrer, Jos RinckIn den langsamen Sätzen begeisterten ihre fein abgestimmten Dialoge und Imitationen. Im Presto der h­Moll­Sonate frappierte Epstein mit scheinbarer Mühelosigkeit. Immer wieder überraschend war es, wenn Jos Rinck in einen Schlußton einstimmte, um seine eigene Weltsicht anzuführen: In der e­Moll­Sonate BWV 1034 geschah dies zwischen dem dritten und dem vierten Satz mit Improvisationen über dem "Orgelpunkt" von Klappengeräuschen. Interessant war Rincks Improvisation der Sonate A­Dur BWV 1032, die in bachscher Manier mit sich selbst dialogisierte, aber mit Taktwechseln, die erst im 20. Jahrhundert Einlaß in die Tonsprache der ernsten Musik gefunden hatten. Die markante Aufwärtsbewegung der A­Dur­Sonate konterkarierte er durch Abwärtsbewegungen auf der Bluestonleiter.

Doris Kösterke

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Erschienen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2000

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aktualisiert am Montag, 04. Dez. 2006 um 13:01:28 CET

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